Evensong in der Kreuzkirche
Am Sonntag, 18. Januar, um 18 Uhr lädt die Kirchengemeinde Haranni zu einem besonderen „Pluszeichen“-Abendgottesdienst in die Kreuzkirche am Europaplatz in Herne ein. Er wird als Evensong gefeiert – als ein abendliches Stundengebet, das ursprünglich in der anglikanischen Kirche beheimatet ist. Wichtigstes Element ist der gemeinsame Psalmengesang, weitere Bestandteile sind Chorlieder, Gemeindelieder sowie Lobgesänge aus dem Neuen Testament. Eine Lesung, Fürbitten und Momente der Stille gehören ebenfalls dazu.
Der Gottesdienst bildet den Abschluss eines dreitägigen Chorworkshops, den Professor Hildebrand Haake, von 1991 bis 2025 Dozent für Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford, mit rund 60 Männern und Frauen durchgeführt hat, um die Bestandteile eines Evensongs einzustudieren. Daneben erfuhren die Teilnehmenden etwas über Stimmbildung, die Form des Evensongs und die jeweiligen Komponisten.
Die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes dürfen sich über einen festlichen Tagesausklang mit viel Chormusik freuen, in dessen Verlauf sie in den Gesang eingebunden werden.
„Nicht allein sein – das ist das Wichtigste“
Wenn Menschen am Ende ihres Lebens stehen, zählt vor allem eines: nicht allein zu sein. Genau dafür engagiert sich Sanzimet Kaygun als ehrenamtliche Zeitschenkerin beim Ambulanten Hospizdienst Herne. Die 54-Jährige begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen – mit Zeit, Nähe und Empathie. „Menschen brauchen immer Menschen. Gerade am Ende des Lebens soll niemand allein bleiben“, sagt Sanzimet Kaygun. Ihre Motivation für das Ehrenamt kommt aus eigener Lebenserfahrung: Sie verlor ihren Mann früh, arbeitet seit vielen Jahren in der Küche einer Senioreneinrichtung und kennt Einsamkeit und Ängste alter Menschen aus nächster Nähe.
Auf der Palliativstation des Evangelischen Krankenhauses Herne kam Sanzimet Kaygun bei einem Krankenbesuch mit dem Ambulanten Hospizdienst in Kontakt und erfuhr vom Team der ehrenamtlichen Zeitschenker, die in Herne und Wanne-Eickel schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten. 2025 absolvierte sie den Vorbereitungskurs des Hospizdienstes. Dieser habe sie für diese Aufgabe gut vorbereitet. Mittlerweile hat Sanzimet Kaygun eine 101-jährige Seniorin mit Demenz und eine türkische Patientin auf der Palliativstation begleitet.
Menschen mit Demenz liegen ihr besonders am Herzen. Wie wichtig es ist, diese am Ende des Lebens in ihrer Muttersprache anzusprechen, hat sie selbst im Ehrenamt erfahren: „Als wir Türkisch gesprochen haben, hat sich meine Begleitung sofort geöffnet. Sie hat ihre ganze Lebensgeschichte erzählt. Das war für sie sehr wichtig.“ Gerade bei fortgeschrittener Demenz kehrten viele Menschen sprachlich in ihre Herkunft zurück. „Dann ist es entscheidend, verstanden zu werden.“
Der Ambulante Hospizdienst Herne sucht deshalb auch Ehrenamtliche mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Sprachkenntnissen. Der Bedarf an interkulturellen Begleitungen wächst. „Viele ältere Menschen aus anderen Kulturen waren früher in ihre großen Familien eingebunden. Heute sind manche allein. Sie brauchen Begleitung, die ihre Sprache spricht und ihre Kultur versteht“, betont Kaygun.
Heute ist Sanzimet Kaygun eine von rund 60 Ehrenamtlichen beim Ambulanten Hospizdienst. Zeitschenkerin zu sein, gibt ihr selbst viel zurück: „Ich komme immer mit einem guten Gefühl nach Hause.“ Für sie steht fest: „Ich würde den Kurs jederzeit wieder machen.“
Der aktuelle Vorbereitungskurs für neue Zeitschenkerinnen und Zeitschenker beim Ambulanten Hospizdienst beginnt am Donnerstag, 22. Januar, im Gemeindezentrum Herz Jesu an der Düngelstraße 34 in Herne. Für Menschen, die sich spontan zu einer Teilnahme entscheiden, sind noch Plätze frei. Sie können sich unter Telefon (02323) 98 82 90. Bei den Kursliterinnen melden.
Frohes neues Jahr!

„Siehe, ich mache alles neu!“ Obwohl Johannes Bedrängnis, Gewalt, Unterdrückung und Verfolgung erlebt, sieht er die Welt im Licht Gottes, der am Anfang alles geschaffen hat. „Und siehe, es war sehr gut“, heißt es im ersten Buch der Bibel (1. Buch Mose 1,31). letzten Buch, der Offenbarung des Johannes, steht die Erwartung einer neuen Schöpfung, in der Gott alle Tränen abwischen wird. Der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid oder Schmerz.
Die Jahreslosung 2026 ist somit Ausdruck von Hoffnung und weckt die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Frieden und einem Leben jenseits von Gewalt und Tod. „Hoffnungslosigkeit ist keine Option“, so kurz und bündig hat die US-amerikanische Bischöfin Mariann Edgar Budde es auf dem Kirchentag in Hannover gesagt.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Lieben hoffnungsfrohen Optimismus und alles Gute für 2026!
Kreissynode Herne beschließt Zukunftsszenario
Am 15. November, hat die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Herne im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel unter der Leitung von Superintendentin Claudia Reifenberger getagt. Nach einem Gottesdienst in der Klinikkapelle, ging es im Seminarraum weiter.
Grußworte
„Dies ist mein erster öffentlicher Auftritt als Bürgermeisterin.“ Mit dieser persönlichen Bemerkung begann Bettina Szelag ihr Grußwort. Sie dankte den Synodalen, für den Mut, in einem Strategieprozess Gewohntes zu überdenken, „für die Menschen in Castrop-Rauxel Herne und Wanne-Eickel, die auf Kirchen vertrauen.“
Landeskirchenrat Henning Juhl als Ortsdezernent der Evangelischen Kirche von Westfalen für den Kirchenkreis Herne überbrachte die Grüße der neuen Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Dechant Ludger Plümpe die der Katholischen Kirche im Dekanat Emschertal.
Bericht der Klimamanagerin Dr. Vera Köpsel
Dr. Vera Köpsel, die am 1. Juni ihren Dienst als Klimamanagerin im Kirchenkreis Herne aufgenommen hat, erläuterte der Synode den Stand der Entwicklung eines Klimaschutzkonzepts. Hintergrund ist der Beschluss der Evangelischen Kirche von Westfalen von 2021, bis 2040 in allen Bereichen klimaneutral zu sein. Derzeit erfasst sie die Energieverbräuche aufgrund der Bewirtschaftung der Liegenschaften oder von Dienstfahrten. Auf der Basis der Ergebnisse wird sie zusammen mit einem externen Dienstleister CO2-Bilanzen berechnen, um im Anschluss zu ermitteln, wie beispielsweise durch Gebäudereduktion, Sanierungen, Nutzung erneuerbarer Energien etc., aber auch entsprechende Planung von Veranstaltungen mit Vermeidung von weiten Anfahrtswegen oder Anpassung an den Fahrplan des Öffentlichen Nahverkehrs, die CO2-Bilanz verbessert werden kann. Ab Dezember 2026 geht es dann in die Umsetzung und Verstetigung der erforderlichen Maßnahmen, um das Klimaziel – Klimaneutralität spätestens 2040 – zu erreichen.
Haushalt 2026
Ein Schwerpunkt der Tagung waren die Beratungen über die Haushalte des Kirchenkreises, der Kindergartengemeinschaft, der Stiftung Blue Planet für das Jahr 2026, sowie den Haushalt 2026 für das Kreiskirchenamt an der Emscher, die vereinigte Verwaltung der Kirchenkreise Herne sowie Gelsenkirchen und Wattenscheid.
Carrie Bettenhausen, Leiterin der gemeinsamen Verwaltung der Kirchenkreise Herne und Gelsenkirchen und Wattenscheid, erwartet in 2026 für den Kirchenkreis Herne eine Kirchensteuerzuweisung in Höhe von 9,067 Millionen Euro.
Die Zuweisung deckt die Aufwendungen für die sechs Kirchengemeinden und basiert auf einem Ansatz von 40 Euro pro Gemeindeglied zur Unterstützung der gemeindlichen Arbeit vor Ort. Darüber hinaus werden aus diesen Mitteln verschiedene Fachbereiche des Kirchenkreises finanziert, darunter die Fachstelle Eine Welt, das Schulreferat, die Mediothek, das Kinder- und Jugendreferat, die Kirchenmusik, die Fachberatung für Kindertageseinrichtungen sowie das Öffentlichkeitsreferat. Zusätzlich werden die Kosten für die Verwaltung, die Kindergartengemeinschaft, die Klimapauschale sowie die Zuführung zu Rücklagen gedeckt.
Vor allem die Substanzerhaltungsrücklage gilt es nach Aussage von Bettenhausen deutlich zu erhöhen. „Hier liegen die Gemeinden deutlich unter der vorgeschriebenen Höhe“, betonte sie. Vier Prozent der Zuweisung muss der Kirchenkreis weiterhin für Klimaschutzprojekte vorhalten.
Ergebnisse des Strategieprozesses zur finanziellen Lage und zu Strukturanpassungen
Seit Anfang des Jahres hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Beratungsunternehmens „2Denare“ ein Zukunftsszenario für den Kirchenkreis Herne entwickelt, das der Synode zu Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wurde.
Weil sich die Kirchensteuerzuweisungen infolge des Mitgliederrückgangs deutlich reduzieren werden – es muss von einem Rückgang von den o.g. gut 9 Millionen Euro auf nur noch rund 6,9 Millionen Euro im Jahr 2030 ausgegangen werden – und gleichzeitig die Ausgaben inflationsbedingt deutlich steigen, steuert der Kirchenkreis Herne auf ein strukturelles Defizit zu. „Es ging darum, einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten, um auch in 2030 einen ausgeglichenen Haushalt zu erzielen“, sagte der Synodalälteste Ulrich Stückemann in seiner Einbringung. Gleichzeitig war es ein Ziel, das Profil des Kirchenkreises zu schärfen, anstatt nach dem Gießkannenprinzip die Einsparungen vorzunehmen.
Das Ergebnis des Strategieprozesses und der Beschluss, den die Synode im Anschluss an ausführliche Beratung und daran anschließende Modifikationen gefasst hat, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- Im Strategieprozess wurde deutlich, dass die erforderlichen Mittel für die Kindergartengemeinschaft (2026 rund 1,3 Millionen Euro), zukünftig bei weitem nicht mehr aufgebracht werden können. Der Zuschussbetrag des Kirchenkreises soll bis 2030 auf rund 600000 Euro reduziert werden. Vor diesem Hintergrund läuft derzeit ein Prüfverfahren, das die Möglichkeit eines Trägerwechsels eruiert. Der Prüfauftrag erging an eine Institution der Evangelischen Kirche, sodass auch in Zukunft religionspädagogische Arbeit ein Schwerpunkt sein würde.
- Die Gemeindegliederpauschale sinkt von derzeit 40 Euro auf 34 Euro in 2030. Es wird hier weitergehende Kooperationen und Gebäudeschließungen geben. Den Rahmen gibt die Evangelische Kirche von Westfalen vor; hier wird von einer notwendigen Aufgabe des Gebäudebestands um rund 40 Prozent ausgegangen.
- Die Bezuschussung des kreiskirchlichen Jugendreferats wird von derzeit rund 620000 Euro auf rund 505000 Euro zurückgefahren. Das Jugendreferat wird sich zukünftig auf Offene Arbeit, Unterstützung der gemeindlichen Jugendarbeit und die Ausrichtung von Mitarbeitendenschulung fokussieren.
- Die Verwaltungskosten sollen von derzeit 1,77 Millionen Euro auf rund 1,2 Millionen sinken. Das kann durch Personalabbau erreicht werden – wobei dieses Ziel durch den Verzicht auf Neubesetzungen nach Verrentung erreicht werden kann,
- Neben diesen vier mit Abstand größten und teuersten Bereichen wird es auch in anderen Bereichen finanzielle Einschnitte geben – etwa im Bereich der Kirchenkreisleitung (Superintendentur und Öffentlichkeitsarbeit). Nach Verrentung der Sekretärin wird die Stelle nicht neu besetzt, die Assistenz im Umfang aufgestockt.
- Mit Blick auf die Lebenswirklichkeit der Menschen in Castrop-Rauxel, Herne und Wanne-Eickel (Armuts-, Verschuldungs-, Arbeitslosenquote) hat die Strategiegruppe für die kreiskirchliche diakonische Arbeit eine Erhöhung von derzeit 111.000 Euro auf 176.000 Euro in 2030 angeregt. Hintergrund ist, dass das Zeppelin-Zentrum als kreiskirchliche Einrichtung neben der Schuldnerberatung erhalten werden soll.
- In diesen Zusammenhang gehört auch der Plan, die Fachstelle Eine Welt im bisherigen Umfang zu erhalten und Flüchtlingsberatungsstelle und die Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel, Zwangsheirat und häuslicher Gewalt ebenso fortgeführt werden sollen wie die Bildungsarbeit.
- Überdies hat die Strategiegruppe die Einführung eines Fonds für die Unterstützung der Gemeindearbeit angeregt. Hier sollten 82.000 Euro eingestellt werden mit dem Ziel, dass Gemeinden besondere Projektideen, die aus dem Gemeindehaushalt nicht finanziert werden können, umsetzen können.
Der Beschluss zur Umsetzung des Strategieprozesses wurde mit 43 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen gefasst. „Ich bin dankbar, dass das Abstimmungsergebnis nach einer intensiven aber stets respektvollen Auseinandersetzung so ausgefallen ist“, sagte Superintendentin Claudia Reifenberger.
Wichtige Bestandteile des Beschlusses sind,
- dass für Handlungsfelder Maßnahmen zu erarbeiten sind, die sicherstellen, dass die vereinbarten Ziele bis 2030 erreicht werden.
- dass die zuständigen Referatsleitungen dem Kreissynodalvorstand bis spätestens zum 15. Mai 2026 für jedes Handlungsfeld konkrete Maßnahmen und einen Zeitplan vorlegen.
- dass der Kreissynodalvorstand unter Beteiligung des Synodalen Finanzausschusses Steuerung und Controlling der Umsetzung des Strategiekonzepts inklusive der Einsparziele beauftragt wurde.
„Insofern ist die Arbeit mit dem Ende des Strategieprozesses nicht beendet, sondern fängt im Grunde jetzt erst richtig an“, so Reifenberger.
Partnerschaft Bukavu
Ein letztes Thema war die Situation der Partnerschaft des Kirchenkreises Herne mit dem Kirchenkreis Bukavu in der Demokratischen Republik Kongo. Die Partnerschaftsarbeit war neben der Leitung des Eine Welt Zentrums das Hauptbetätigungsfeld von Pfarrer i.R. Martin Domke. Mit der Frage, wie es mit der Partnerschaftsarbeit weitergehen kann, hat sich eine Arbeitsgruppe beschäftigt.
Diese Arbeitsgruppe wird im kommenden Frühjahr eine Informationsveranstaltung im Kirchenkreis durchführen mit dem Ziel, mindestens sechs Personen zu finden, die die Partnerschaftsarbeit verantwortlich fortführen. Dazu sollen dann auch Reisen nach Bukavu und Besuche aus Bukavu gehören. Reise oder Besuche wären als besondere Projekte vom Kirchenkreis zu fördern.
Sollte das gelingen, würde die Kreissynode im Sommer 2026 über eine Fortführung der Partnerschaft in dieser Form abstimmen. Sollten keine sechs Ehrenamtlichen gefunden werden, wird die Synode im Sommer 2026 entscheiden, den Partnerkirchenkreis weiterhin mit einer festzulegenden jährlichen Summe finanziell zu unterstützen oder die Partnerschaft zu beenden. AR
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Kurs „Ambulante Sterbebegleitung“ beginnt am 22. Januar
22.01.2026 18:00 - 21:00 Uhr
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