Wanne-Eickel. Am 14. März ging es auf einem Gemeindeabend der Kirchengemeinde Wanne-Eickel im Gemeindehaus an der Ludwig-Steil-Straße unter dem Titel „Nächstenliebe“ darum, wie eine Asyl- und Flüchtlingspolitik aussehen kann, die christlichen Wertevorstellungen entspricht. Dazu hat Katja Jähnel von der Flüchtlingsberatung der Fachstelle Eine Welt des Kirchenkreises Herne mit den Teilnehmenden eine Reise nach Dänemark unternommen. „Die Asylpolitik Dänemarks wird derzeit aus vorbildlich dargestellt und hierzulande sehr gelobt“, sagte die Referentin.
Zunächst wies Jähnel darauf hin, dass Dänemark geopolitisch nicht mit Deutschland zu vergleichen sei. Die „restriktive“ dänische Asylpolitik gleiche einer ‚Keine Flüchtlinge-Politik‘, die nicht zu den erhofften Ergebnissen geführt habe. „Flüchtlinge kommen trotzdem, die rechten Parteien haben sich nicht wie gehofft zurückgezogen, sondern sind stärker denn je, und die Demokratie wurde nicht stabilisiert, sondern gerät mehr und mehr ins Wanken“, betonte Jähnel. „Die demokratische Mitte ist weiter nach rechts gerückt, denn die restriktive Politik und Abschreckung führt zu einer Gewöhnung an Gewalt und Autoritarismus in der Gesellschaft.“ Eine Verrohungs- und Abstumpfungstendenz mache sich in der Gesellschaft breit.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass eine menschenwürdige Behandlung der Flüchtlinge für Christinnen und Christen eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Dazu berichteten manche von eigenen Erlebnissen mit Flüchtlingen, die sie selbst begleiten oder kennen, was die Diskussion abrundete. Zu der Veranstaltung hatte die Flüchtlingsberatung der Fachstelle Eine Welt des Kirchenkreises Herne gemeinsam mit der Evangelischen Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Herne eingeladen. KJ
Petra Stach-Wittekind (vorne links) von der Evangelischen Erwachsenenbildung in dr Fachstelle Eine Welt begrüßte die Teilnehmenden des Gemeindeabends zur Asyl- und Flüchtlingspolitik.
Katja Jähnel warf einen kritischen Blick auf die dänische Asylpolitik. FOTOS: FEW